Building Green - Eindrücke von einer Messe über nachhaltiges Bauen

verfasst von Nico Wien 0 Kommentare 0 mal geteilt
Building Green - Eindrücke von einer Messe über nachhaltiges Bauen

Skandinavier sind uns in vielen Dingen voraus. Den Kreisverkehr haben wir uns lange Zeit verwundert angesehen, bevor man ihn nach Deutschland holte. Die Elektromobilität ist dort viele Jahre weiter. Städte haben Fahrradstraßen und Logistik für Fahrräder als echte Alternative zum Auto längst umgesetzt, während wir nur halbgar damit anfangen. Und so ist es auch mit dem nachhaltigen Bauen und Einrichten. Es zieht sich in Deutschland ... mal wieder. Viele reden darüber, aber wenige setzen es um.

Daher habe ich mich auf den Weg nach Kopenhagen gemacht, um zu schauen, was in Sachen Nachhaltigkeit beim Einrichten und Bauen von Häusern und Wohnungen schon getan wird.

In diesem Beitrag berichte ich über die „Building Green“ - eine bedeutende Fachkonferenz und Messe für nachhaltiges Bauen. Die Messe präsentiert sich als Infocenter um alles was mit Nachhaltigkeit bei der Herstellung von Immobilie und deren Ausstattung und Einrichtung zu tun hat.

Unter anderem treffe ich dort auch unseren Partner Thors Design aus Dänemark, der ein Aussteller auf dieser Messe ist. Auch möchte ich schauen, ob das Format etwas für mich selbst ist, denn die Messe kommt im nächsten Jahr auch nach Hamburg und München.

Die Messe und das Vortragsevent „Building Green“ läuft in Skandinavien bereits seit 2011 mit großem Erfolg.

messe buildinggreen uebersicht

Nachhaltige Architektur, Einrichtung und energieeffizientes Bauen

„Building Green“ läuft bereits seit 8 Jahren erfolgreich in Kopenhagen, Aarhus und Oslo. Nicht zuletzt weil sich endlich auch Deutschland mehr für Umweltthemen am Bau öffnet, macht man nun den Schritt nach Deutschland.

Für mich Grund genug, zu schauen, was einen bei dem Besuch bei „Building Green“ erwartet. Ich habe das Glück, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und treffe dort unseren dänischen Geschäftspartner Thors Design. Die haben einen eigenen Stand, und den möchte ich natürlich besuchen.

Von den Themen her erwarten mich Messeauftritte zu nachhaltiger Architektur, Wohnqualität, Innenraumklima, öffentlicher Raum, soziale Nachhaltigkeit, Nutzung von Ressourcen und nachhaltigen Baumaterialien.

Das alles sind Themen, die ich auch mit unserem Unternehmen anfasse und die mir wichtig sind. Ich bin gespannt.

Der Ticketkauf

Eine angenehme Überraschung gibt es gleich am Anfang. Der Eintritt ist für Fachbesucher kostenlos, wenn man sich auf der Website von "Buildinggreen" registriert. Man bekommt eine QR-Code per E-Mail und das war es dann auch schon. Warum die Sache mit dem Ticket allerdings auch eine unschöne Seite hat, merkt man allerdings erst bei der Ankunft im Messeforum (dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt).

Die Ankunft bei „Building Green“

Die Anfahrt zur Messe ist super einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen. Ein Auto benötigt man in Kopenhagen eigentlich nicht und die nagelneue U-Bahn hält direkt am Messeforum - angenehmer geht es nicht.

Die Messehalle ist das Forum Kopenhagen im Zentrum der Stadt. Und hier erwartet mich am Eingang eine echte Überraschung - eigentlich müsste ich es eher Enttäuschung nennen: Meine Online-Eintrittskarte wird am Eingang in eine Plastikkarte umgewandelt, die dort schon auf mich wartet. Für eine Messe, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, ist das eigentlich ein No Go - finde ich. Es handelt sich immerhin um mehrere tausend Plastikkarten, die unnötig hergestellt werden.

Auch wenn die Messeleitung angibt, die Plastikkarten zu recyceln, kann ich das nicht nachvollziehen. Die Karten werden nach dem Messebesuch eingesammelt und wiederverwertet. Wir wissen aber alle, das Kunststoff trotz Recycling möglichst vermieden werden sollte und Reste davon immer in unserem natürlichen Kreislauf landen werden. Die Plastikkarten sollte man unbedingt überdenken. Vielleicht gibt es hierfür aber auch eine sinnvolle Erklärung, die ich nicht kenne.

Nun aber weg vom Negativen und hin zur Zukunft beim Bauen und Einrichten.

thors design buildinggreen

Wer besucht die Messe?

Ich habe mir die Frage gestellt, welche Gruppen von Interessenten die Messe eigentlich besuchen. Bei meiner Recherche ist herausgekommen: 22% sind Architekten, Mitarbeiter von Planungsbüros, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner - 12% sind Bauingenieure, Bauleiter und technische Berater - 22% sind Geschäftsführer und Inhaber, sowie leitende Mitarbeiter und Führungskräfte aus Baufirmen oder dem Bau- und Einrichtungsgewerbe zuarbeitenden Unternehmen - 10% sind private und öffentliche Investoren.

Zwei Drittel der Messebesucher sind also Personen, die täglich Entscheidungen in Zusammenhang mit dem Bau Baumaterialien, oder Einrichtungen treffen.

Wir haben es hier also mit einer guten Quote an relevanten Fachbesuchern zu tun.

Was den Besucher an den Messeständen erwartet

An den Messeständen erwartet die Fachbesucher zum einen ein bunter Mix an bekannten und noch nicht so bekannten Herstellern von Baumaterialien. Das finden sich bekannte und etablierte Hersteller wie z.B. Velux genauso wie ganz neue Label wie z.B. Burntwood, das mit dem Verbrennen von Holzoberflächen die Druckimprägnierung von Hölzer ersetzen kann. 

Bei den Einrichtern trifft man ebenfalls auf etablierte wie ganz neue Marken. Auch unser dänischer Partner Thors Design war mit einem Messestand vertreten und hat sämtliche Sitzmöglichkeiten des Forums mit den tollen Möbeln aus recyceltem Holz alter Kaimauern ausgestattet.

An den Messeständen der "alten", bekannten Hersteller merkt man die Bemühungen, einen Fuß in die Tür der Nachhaltigkeitsthematik bekommen zu wollen. Sie haben teilweise noch keine wirklich revolutionären Ideen, sind aber erst einmal mit viel Fläche dabei - bevor es andere tun. Das finde ich interessant.

buildinggreen thors design stand

Neuigkeiten und Trends

Wirklich spannend finde ich aber die kleinen Label mit wirklich neuen Ideen.

Besonders auffällig war die Thematik der Wiederverwendung von bereits benutzen Baumaterialien.

Das Thema des Recyclings von bereits verwendeten Verblendsteinen und Fassadenklinkern ist dafür ein prominentes Beispiel. Auch Beton aus dem Abbruch soll zukünftig mehr in neue Hochbaumaßnahmen zurückgeführt werden und nicht mehr nur als günstige Tragschicht für den Straßenbau herhalten.

Aufgefallen ist mir die Landager Group, die komplette Upcycling-Bauvorhaben fertigstellt, bei denen möglichst viele Bauteile aus recycelten Materialien bestehen.

Die Wiederverwendung von Baumaterialien war ein großes Thema bei "Building Green" und ist sicher aus eines der wichtigsten für unsere Zukunft.

Zur Verbesserung unseres Zukunftsklimas werden wir darüber hinaus auch den Einsatz von mehr Pflanzen benötigen. Hier habe ich einige Aussteller gesehen, die sich mit der Begrünung von Wänden und Dächern auf verschiedene Weise befassen. Insbesondere für den Einsatz grüner Wände im Innen- und Außenraum gibt es in Deutschland noch viel Spielraum. Als sehenswerter Anbieter zum diesem Thema war auf der Messe die Firma Natural Greenwalls vertreten.

landager group upcycling

Fachvorträge und Diskussionen

Für den Fachbesucher sind zahlreiche Podiumsdiskussionen und Vorträge im Angebot.

Bei den Diskussionen waren zahlreiche junge Leute, Studenten und zukünftige Fachplaner dabei, sich über unsere spannendsten Zukunftsthemen Bei Bau, Einrichtung und Ausstattung von Lebensräumen auszutauschen.

Vorgestellt werden Projekte, die sich mit der kostengünstigen und ökologischen Bereitstellung von Wohnraum für junge Menschen in Großstädten befassen. Das ist eine Problematik, die besonders auch unsere deutschen Großstädte betrifft.

Ein weiterer Vortrag hat sich damit befasst, wie sich urbane Mobilität zukünftig umweltgerecht umsetzen lässt. Dabei geht es konkret um den Ausbau von Radfahrwegen und öffentlichen Verkehrsmitteln.

building green vortraege

Lohnt sich Building Green?

Um es kurz zu machen: Ja! Ich freue mich sehr auf die beiden ersten Messetermine in Deutschland. Es geht dabei auch nicht um jedes einzelne Angebot an den Ständen, sondern es geht um die zahlreichen Impulse, die eine solche Fachmesse macht.

Je mehr Menschen sich mit diesen Themen auseinandersetzen, desto größer ist unsere Chance, den möglichen Folgen eines Klimawandels entgegenzuwirken.

Building Green kommt am 03. und 04. Juni 2020 nach Hamburg und am 14. und 15. Oktober 2020 nach München.

Diese beiden Termine sollte jeder einplanen, der sich mit der ökologischen Zukunft beim Bau und der Einrichtung von umweltgerechten Lebensräumen im Innen- und Außenbereich beschäftigt.

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